Tränenapparat

Tränenproduktion und Tränenabfluss

Abflusswege der Tränen


Schema der tränenableitenden Wege

Schematischer Aufbau und Querschnitt durch den  Tränenfilm

Längsschnitt durch einen Hundekopf (Tränenkanal auf der Innenseite des Nasengangs)

Die Hornhaut und die Bindehaut werden durch den Tränenfilm (Produkt aller Tränendrüsen) sowohl passiv als auch aktiv geschützt (Lysozym, IGA und IGE), feucht gehalten, ernährt und gesäubert. Der Tränenfilm wird durch den Lidschlag sorgfältig über den Augapfel verteilt und auf einer bestimmten Dicke gehalten. Den grössten Anteil leistet dabei das Oberlid. Den Hauptanteil, des ca. 0,01 mm dicken, dreischichtigen Tränenfilms, bildet die mittlere, wässerige Schicht, die an der Aussenseite durch eine Lipidschicht (gebildet von den Talgdrüsen am Lidrand) vor dem Austrocknen bewahrt wird. Die innere hydrophile, muköse Schicht (gebildet von den Becherzellen der Bindehaut) verbindet kontinuierlich die hydrophoben Ausstülpungen (Mikrovilli) der äusseren Hornhautschicht (Epithel) mit der wässerigen Schicht des Tränenfilms.

Wahrscheinlich werden ca. 60 -70% des Tränenfilms von der Haupttränendrüse, welche oberhalb des Augapfels unter dem knöchernen Rand der Augenhöhle (os frontale)  gelegen ist produziert. Die Produktion der restlichen 30% wird von der Tränendrüse der Nickhaut (Innervation durch parasympathische Äste des neunten Gehirnners {n. glossopharyngicus}) und den akzessorischen Tränendrüsen übernommen. Die Tränenproduktion kann durch Irritationen im Bereich der Hornhaut, Bindehaut oder tiefer aus dem Auge stammende Schmerzen stimuliert werden. Eine Reihe von chemischen Stoffen und Medikamenten können die Tränenproduktion aber auch hemmen.

Die nervliche Versorgung der Haupttränendrüse erfolgt über parasympathische Äste des siebten Gehirnnervens (n. nacialis).

Ein Teil der Tränenflüssigkeit verdampft, der Rest der verbrauchten Tränenflüssigkeit wird über die Tränenpunkte (puncta lacrimalia) (oval, Durchmesser ca. 2-3 mm) abgeleitet. Sie liegen ungefähr 6-8 mm vom inneren Augenwinkelentfernt am Übergang von Lidrand zur Bindehaut, am Unter- und Oberlid. Die Tränen fliessen dann weiter durch die Tränenkanälchen (canaliculi lacrimales), den bei Hund und Katze nur rudimentären Tränensack (sacculus lacrimalis) und den Tränen-Nasenkanal (ductus nasolacrimalis) bis zu den Innenseiten der Nasenlöcher (ostium nasale), welche als längsovale Öffnungen am Übergang der pigmentierten zur unpigmentierten Schleimhaut am Boden der Nasenschleimhaut sichtbar sind. Verstopfte oder komprimierte Tränennasenkanäle und/oder übermässige Tränenproduktion führen schnell zu Tränenträufeln (Epiphora) und bräunlichen Tränenstrassen im Gesicht.