Regenbogenhaut

Regenbogenhaut (iris) /vorderer Anteil der Uvea


Hund mit hellbrauner Iris, Pupille kreisrund

Hund mit zweifarbiger Iris

Gelb-grüne Iris einer Katze
vertikal elliptische Pupille

Die Regenbogenhaut (iris) bildet senkrecht zur optischen Achse ein variables Diaphragma im Auges und unterteilt damit den Raum vor der Linse in die vordere und die hintere Augenkammer. Im Zentrum der Iris befindet sich die Pupille. Sie ist beim Hund immer rund, bei den meisten domestizierten Katzenartigen (Felidae) ist die enge Pupille ist vetikal spaltförmig, aber die weite Pupille ist auch kreisrund.
Die Regenbogenhaut besteht histologisch gesehen aus einem oberflächlichen, einlagigen Pigmentepithel, welches am Rand im Bereich der inneren Hornhautschicht (Hornhautendothel) seinen Anfang nimmt und über den sog. Kammerwinkel hinweg bis zur Pupille verläuft. Dort geht es in ein zweischichtiges Epithel des hinteren Irisblattes über. Dabei stellt die tiefere Schicht der Regenbogenhaut einen Ausläufer der Netzhaut (des Retinapigmentepithels) dar, während die oberflächliche (unpigmentierte) Schicht die Ausläufer der übrigen, sensorischen Netzhautschichten repräsentieren.

Zwischen dem vorderen und dem hinteren Irisblatt befindet sich das stark mit Blutgefässen versehene Irisstroma. An der Irisbasis ist mit blossem Auge sogar ein direkt unter dem Epithel zirkulär verlaufendes, stark gewundenes Blutgefäß sichtbar. Dieser circulus arteriosus, der durch die Aa. ciliares longae bei 6 und 12 Uhr versorgt wird, ist vor allem bei der Katze gut zu erkennen und steht über die vorderen Ziliararterien mit dem Randschlingennetz der Hornhaut in Verbindung. Nach einem Trauma, Entzündungen des Auges, aber auch bei chirurgischen Eingriffen und sekundär bei Hornhautentzündungen sind in diesem Bereich eventuell Rötungen oder sogar kleine Blutungen in der Hornhaut zu sehen.

Für die Öffnung und das Schliessen der Pupille, je nach vorhandenem Licht) sind zwei gegensätzlich wirkende Musklen in der Regenbogenhaut verantwortlich. Nahe am Rand der Pupille liegt der m. sphincter pupillae (Innervation durch Parasympathikusanteile des dritten Gehirnnerven), welcher bei Lichteinfall in das Auge für die reflektorisch rasche Verengung der Pupille verantwortlich ist (Miosis). Der antagonisierende m. dilatator pupillae, der radiär angeordnet ist und sympathisch innerviert wird, sorgt für eine Öffnung der Pupille (Mydriasis) z. B. bei wenig Umgebungslicht oder in der Dunkelheit, aber auch bei psychischer Erregung (Stress, Angst).
Die für die Katzen typische spaltförmige Pupille (bei engem Pupillenstand) ist durch eine obere und untere Überkreuzung der Muskelfasern des m. sphincter pupillae miteinander zu erklären.

Husky mit verschiedenfarbigen Augen
Heterochromie, Birkauge

Siamkatze mit blauen Augen (Teilalbino)

Katze mit blauen Augen
Pimgmentmangel

Die Farbe der Iris („Augenfarbe“) variiert je nach Menge des Pigments im vorderen und hinteren Pigmentblatt von braun über goldgelb bis grün (selten auch weiß).
Fehlt das Pigment im vorderen Blatt, bei gleichzeitigem Vorhandensein von Pigment im hinteren Blatt, so erscheint die Iris blau. Bei fehlender Melaninproduktion (echter Albinismus) nimmt die Iris ein rotes Erscheinungsbild an, da die Melanozyten unpigmentiert sind. Siamkatzen aber sind keine echten Albinos, sie produzieren lediglich zu wenig Pigment und besitzen daher eine blaue Iris. Bei weißen Katzen mit blauen Augen fehlen jedoch tatsächlich die Melanozyten im vorderen Irisblatt. Bei einigen Tieren ist das vordere Irisblatt weiß (leukosis iridis), diese Augen werden als „Mond- oder Glasaugen“ bezeichnet.