Nickhaut

Nickhaut (Drittes Augenlid, membrana tertia, plica semilunaris)

Das dritte Augenlid  (Nickhaut) bei Hund und Katze stellt einen nicht zu unterschätzenden direkten und indirekten Schutz der Hornhaut und des gesamten Auges dar. Zusammen mit der Bindehaut übernimmt die Nickhaut einen grossen Teil der Schleimproduktion und zusammen mit der Haupttränendrüse die Tränenproduktion des Auges.

Im Normalzustand ist nur ein kleines Stück der Nickhaut mit dem meist pigmentierten Rand zu sehen. Der grösste Anteil ist im unteren Bindehautsack verborgen. Die Nickhaut kann nicht willkürlich kontrolliert werden, da sie keine entsprechende Muskulatur und/oder Nervenversorgung hat. Die Position der Nickhaut wird im wesentlichen durch den Gegendruck des Augapfels bestimmt. Im Halbschlaf zieht sich die Nickhaut nur zu einem kleinen Teil über die Hornhaut. Fällt de Augapfel (z. B. im Tiefschlaf) etwas zurück, schiebt sich die Nickhaut automatisch schräg nach oben und bedeckt die gesamte Hornhaut.  Auch bei Schmerzen (Augapfel wird reflektorisch stark zurück gezogen) kann die Nickhaut den gesamten Bereich der Hornhaut überdecken.

Ist der Rand der Nickhaut, je nach Fellfarbe, nicht pigmentiert, so weist bei manchen Hunden der Nickhautrand eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht (UV-Strahlung) auf. Dann kann es zu Sonnenbrand ähnlichen Reizungen der Nickhaut kommen, bei lang anhaltender Dauerschädigung durch UV-Strahlen sogar zur Entstehung von Tumoren.

Die Nickhaut sollte bei Hund und Katze keinesfalls bei Erkrankungen leichtfertig entfernt werden.
Nur im Notfall (siehe Erkrankungen der Nickhaut) ist eine Entfernung durch den Tierarzt erlaubt.