Hornhaut

Hornhaut (cornea)


Die Hornhaut agiert am Augapfel wie ein Fenster, durch welches Licht in das Auge treten kann, um die hinten im Augapfel liegende Netzhaut zu stimulieren. Die Hornhautdicke beträgt bei Hund und Katze nur ca. 0,8 mm im Zentrum, die periphere Hornhautdicke nur 0,6 mm. Die Hornhaut besteht aus mehreren Schichten. Die äußere Schicht, das Epithel, wird zur Peripherie am Übergang zur Bindehaut etwas dünner. Die Basalschicht der Hornhaut ist aus sich ständig teilenden kubischen Epithelzellen aufgebaut. Während der Wanderung der Epithelzellen an die Oberfläche (innerhalb von sieben Tagen) flachen die Zellen ab, um schließlich als polygonale Zellen mit Mikrovilli die äußere Epithelschicht zu bilden. Zwischen diese Mikrovilli setzt sich die schleimige Schicht des Tränenfilms ab.

Die mittlere, dickste Schicht der Hornhaut Stroma (stroma, substantia propria) macht ungefähr 90 % der Hornhaut aus. Es besteht aus Kollagenfasern, Fibroblasten und Kittsubstanzen. Die Fasern liegen innerhalb der Bündel genau parallel, die Bündel selbst sind ungeordnet. Auf das Stroma folgt eine elastische Basalschicht, die Descemet’sche Membran. Diese Schicht der Hornhaut ist an der Innenseite mit einer einlagigen Zellschicht bedeckt, die als Hornhautendothel bezeichnet wird.

Die Hornhaut ist von einem Netzwerk aus Nervenfasern durchzogen (sensible Äste des n. ciliaris longus und n. ophthalmicus, der zum n. trigeminus {V. Gehirnnerv} gehört), die aus der Sklera in die Hornhaut übertreten.

In der Aufsicht ist die Form der Hornhaut bei Hund und Katze leicht queroval, fast rund.

Die weiße, undurchsichtige Lederhaut ( sclera) bildet den grösseren restlichen Anteil der äußeren Schicht des Auges (tunica externa, tunica fibrosa). Sie Lederhaut ist an ihrer dicksten Stelle ca. 0,5 mm stark, am Äquator ist sie am dünnsten (nur 0,2 mm) und in Richtung des austretenden Sehnerven am hinteren Pol des Augapfels  nimmt sie wieder an Dicke zu.

Um als transparentes Fenster und Teil des starken Refraktionsapparates des Auges agieren zu können, muss die Hornhaut transparent sein. Dies wird durch den relativen Deydratationszustand (81 % Wasser) und die regelmäßige Anordnung der Kollagenfibrillen des Stromas gewährleistet. Der relativ „dehydrierte Zustand“ ist hauptsächlich dem „Pumpenmechanismus“ der innersten Schicht (Endothel) zu verdanken. Schädigungen dieser Schicht führen zu einer verstärkten Wasseraufnahme der Hornhaut (Hornhautödem) und zum Transparenzverlust (Trübung) durch den Verlust der fibrillären Anordnung, wodurch die Hornhaut um das drei- bis vierfache an Dicke zunimmt. Dabei entstehen Gebiete mit unterschiedlichem Flüssigkeitsgehalt, so dass die Trübung der Hornhaut landkartenartig unregelmäßig und die Oberfläche mehr oder weniger wellig wird. Auf Grund der fehlenden Versorgung der gesunden Hornhaut mit Blutgefässen wird ihre Versorgung mit Nährstoffen sowie der Abtransport von Stoffwechselproduktion und Abfallstoffen vom Randschlingennetz und vom Tränenfilm übernommen.