Glaskörpererkrankungen

Asteroide Hyaloidose, Synchysis scintillans, Muscae volantes, Glaskörperflocken

Im Glaskörper (vitreum) können kleinere oder größere Verdichtungen membranöser oder fokaler Struktur auftreten, die aus Konglomeraten von Kalzium-Lipiden, kondensierten Glaskörperfibrillen, Erythrozyten oder Pigmentzellen aufgebaut sind und sich bei spontanen Augenbewegungen mitbewegen. Bei älteren Tieren kann sich der Glaskörper auch durch Degeneration stellenweise verflüssigen, wodurch diese Verdichtungen bei spontanen Augenbewegungen hinter der Bewegung zurückbleiben oder sogar aufwirbeln können. Diese Veränderungen sind bei Hund und Katze recht selten und stellen normalerweise kein Problem für die Tiere dar.

 

Glaskörperflocken oder Mouches/Muscae volantes („fliegende“ Fliegen)

Hierbei handelt es sich um größere, flocken- oder schlierenförmige Verdichtungen im Glaskörper, die unter Umständen beweglich sind. Bei starker Beweglichkeit und vor allem bei Lichteinfall können sie beim Patienten den Eindruck einer „vorbeifliegenden“ Fliege erwecken und manchmal entsprechendes Fehlverhalten auslösen. Ein Therapie ist nur selten nötig.

Asteroide Hyaloidose

Im Glaskörper treten viele kleine (< 1 mm), eventuell pigmentierte Flocken uni- oder bilateral auf. Sie bewegen sich während und auch nach den Augenbewegungen, kehren jedoch an ihren ursprünglichen Platz zurück. Sie verursachen nur selten Probleme.

Synchisis scintillans (Glaskörperglitzern)

Hierbei befinden sich viele kleine Cholesterolkristalle in einem mehr oder weniger verflüssigten Glaskörper. Besonders nach Augenbewegungen können sie wie ein Schneegestöber hinter der Linse aufwirbeln. Im Gegenlicht können sie momentane Sehstörungen verursachen, geben aber ansonsten selten Anlass zu Problemen und treten auch selten in Erscheinung. Gelegentlich sind sie im Zusammenhang mit Netzhautdegenerationen zu beobachten.

Blut im Glaskörper

Blut kann spontan, als Folge angeborener Gefäßanomalien (Collie Eye Anomaly, CEA), Intoxikationen, Traumata und Neoplasien (malignes Lyphom, Leukose) aus den Blutgefäßen des inneren Auges austreten. Besonders perforierende und penetrierende Traumata (Luftgewehrkugeln, Schrot) können Glaskörperblutungen auslösen. Der Perforationskanal ist daher auch häufig von vorgefallenem Linsenmaterial, Blutresten, Bindegewebssträngen und anderen Narben begrenzt. Nach stumpfem Trauma kommt es dagegen nur selten zu Glaskörperblutungen.

Entzündliche Absonderungen in den Glaskörper (Exsudat) in Form von flockigem oder blutigem Exsudat im Glaskörper wird meist, besonders bei bilateralem Auftreten, in Verbindung mit einer exsudativen Uveitis angetroffen. Eine Glaskörperentzündung (Hyalitis) ist immer als ein sekundärer Prozess zu werten, da der Glaskörper selbst keine Blutgefäße oder Nerven besitzt. Prinzipiell können entzündliche Veränderungen durch schwere Traumata (Kugel, Schrot), Entzündungen der inneren Augenstrukturen, Netzhautablösungen oder  Gewebsneubildungen im inneren Auge entstehen. Bei der Katze sind meist Infektionserkrankungen (FIP, FIV, FeLV), beim Hund Tumoren (malignes Lyphom,  Leukose/Leukämie) der Grund für eine Glaskörperentzündung.