Augenlider

Augenlider (Palpebrae)

Bei Hund und Katze umschließen die Augenlider (Ober- und Unterlid) (palpebra superioris, palpebra inferioris) die Hornhaut so vollständig, dass von der weissen Augenhaut ( sclera) nur noch seitlich am äusseren Lidwinkel etwas zu sehen ist. Die geöffnete Lidspalte ist beim Hund (Abweichungen je nach Rasse!) ca. 30 – 35 Millimeter und bei der Katze ca. 28 Millimeter lang. Rund um die Lidspalte befinden Muskeln (m. orbicularis oculi). Er ermöglicht den Lidschlag, an dem das Oberlid den weitaus größten Anteil hat. Einem zirkulären Lidschluss wird durch ein kleines Bändchen im inneren Augenwinkel und einem Muskel (m. retractor anguli oculi lat.) im seitlichen Augenwinkel entgegengewirkt. Schmerzhafte Augenerkrankungen führen bei Hund und Katze neben starker Tränenbildung durch des Spasmus dieses Lidkreismuskels auch zu einem krampfhaften Lidschluss (Blepharospasmus). Gleichzeitig wird e der Augapfel zusätzlich in die knöcherne Augenhöhle  zurück gezogen (Enophthalmus). Das Anheben des Oberlids übernimmt ein weiterer Muskel (m. levator palpebrae sup.) das Herabziehen des Unterlides übrnimmt ein separater Muskel (m. malaris).

Die Lidränder sind bei Hund und Katze meistens pigmentiert und unbehaart. Eine „wimpernähnliche“ Behaarung am Oberlid, ungefähr einen Millimeter vom freien Lidrand entfernt, ähnelt den „echten“ Wimpern beim Menschen. Fehlbildungen und -stellungen dieser Härchen sind bei Hunden eine häufige Ursache für  chronische Erkrankungen der Hornhaut (→ Erkrankungen der Lider).

Der gesunde Lidrand ist glatt, glänzend, fettig und trocken. Der Lidrand selbst hat eine kleine Rinne, in der 30–40 Meibom’schen Drüsen münden. Diese Drüsen sieht innen am Lidrand als ca. 4 mm lange, senkrecht zum Lidrand verlaufende, weiß-gelbliche Streifen. Direkt außerhalb dieser Rinne münden die Zeiss’schen und Moll’schen Drüsen. Die von allen diesen Drüsen produzierte Lipidschicht besteht aus Cholesterin, Cholesterinestern, Triglyzeriden und Phospholipiden und hält den Lidrand fettig, so dass die Tränenflüssigkeit nicht über den Lidrand hinausläuft. Diese ölige Schicht schwimmt auch als äusserste Schicht des Tränenfilms auf der wässrigen Phase des Tränenfilms und verhindert dessen vorzeitiges Verdunsten, was zum Austrocknen der Hornhaut führen könnte (→ Trockenes Auge, KCS).

Querschnitt durch die Augenlider,
die Orbita und den Bulbus

Die Lidränder sind bei Hund und Katze meistens pigmentiert und unbehaart. Eine „wimpernähnliche“ Behaarung am Oberlid, ungefähr einen Millimeter vom freien Lidrand entfernt, ähnelt den „echten“ Wimpern beim Menschen. Fehlbildungen und -stellungen dieser Härchen sind bei Hunden eine häufige Ursache für  chronische Erkrankungen der Hornhaut (→ Erkrankungen der Lider).