Aderhaut

Aderhaut (Chorioidea) / hinterer Teil der Uvea

Die Aderhaut (chorioidea) ist die Gefäßschicht der mittleren Augenhaut (uvea), die sich von der hinteren grenze des Strahlenkörpers (ora ciliaris/serrata retinae) bis zum hintersten Pol des Augapfels an der Sehnervenscheibe (discus nervi optici) erstreckt. Die Aderhaut ist hauptsächlich für die Versorgung der Nervenzellen in der Netzhaut (Stäbchen und der Zapfen) von Bedeutung. Die Aderhaut wird durch die kurzen Äste der hinteren Ziliararterien (Aa. ciliares posteriores) mit Blut versorgt, während Iris und Ziliarkörper von den langen Äste der hinteren Ziliararterien (Aa. ciliares posteriores) versorgt werden.

Durch diese besondere Anatomie lässt sich auch der unterschiedliche Verlauf von Entzündungen im Bereich des Ziliarkörpers und der Iris einerseits  und der Aderhaut andererseits ableiten.
Der venöse Blutabfluss erfolgt durch das venöse System der Sklera (Vortex-Venen).

Das Zwischengewebe der Aderhaut selbst ist meist stark pigmentiert und wird als Orientierungshilfe bei der Augenuntersuchung der hinteren Augenabschnitte (vor allem der Netzhaut) als „tapetum nigrum“ oder „nontapetaler Fundus“ bezeichnet. Zusammen mit dem Pigment der äußerste Schicht der Netzhaut (retinales Pigmentepithels) entsteht die dunkle Färbung des Augenhintergrundes. Sie sorgt für die Absorption des im inneren Auge entstehenden Streulichts.

Zur Aderhaut gehört auch der im oberen Bereich des hinteren inneren Auges gelegene Anteil, der als „tapetum lucidum“ bezeichnet wird (engl. „tapetal fundus“). Es liegt zwischen der sog. Choriocapillaris und den großen Gefäßen der Aderhaut. Wenn das darüber liegende eigene Pigmentepithel (der Netzhaut) unpigmentiert ist, wird das „T. lucidum“ überhaupt erst sichtbar. Dieses „T. lucidum“ besteht aus ca. 1–15 Zelllagen, in denen sich kristalline Strukturen befinden, die wie ein Prisma wirken und so das einfallende Licht streuen, selektiv absorbieren oder in gelben bis blaugrünen Farben reflektieren ( Dämmerungssehen).

Der Begriff Augenhintergrund (Fundus) bezeichnet den hinteren Bereich des inneren Auges, wie er sich bei der Augenuntersuchung (Netzhautspiegelung) dem Untersucher darstellt. Zu den sichtbaren Strukturen am Fundus gehören die Netzhaut, die Sehnervenscheibe sowie das Blutgefässsystem von Netzhaut und auch Aderhaut.
Bei verringerter oder fehlender Pigmentierung im Bereich des „T. nigrum“ und „T. lucidum“ (z.B. bei Merle-Hunden oder bei subalbinotischem Augenhintergrund) sind  die mehr oder weniger radiär verlaufenden Blutgefässe der Aderhaut und dahinter eventuell auch noch die Blutgefässe der Sklera zu erkennen.